Kinder-Trainingslager in Schellerhau, 05.-07.Juni 2026
Wenn in einer Schulklasse zwölf Kinder wären und dazu würden sieben Lehrerinnen und Lehrer
unterrichten, das wäre doch entspannt, oder? So sah zumindest unser Betreuungsschlüssel während des
Kindertrainingslagers aus. In jener Schulklasse gäbe es dann aber eine Heterogenität, die von „frisch
eingeschult“ über „Grundschule absolviert“ bis „mittlerer Reife“ reicht. Ebenso bei den Lehrkräften wäre
das Spektrum der Berufserfahrung über „erstes Praktikum“, „Referendariat“, „Jungkollegin oder -kollege“
bis zu den „routinierten Erfahreneren“ gefächert. Letztere tragen nicht nur zur (Aus-) Bildung der Kinder
sondern auch derer am Anfang ihres Berufs bei. Der Lehrplan ist unser Prüfungsprogramm – ein wohl
portionierter, gestufter Weg mit den Inhalten, die zum Schwarzgurt im Koryu Uchinadi Kenpo Jutsu
erforderlich sind. Wichtiger als eine wie auch immer erstellte Norm an der gemessen und bewertet wird,
sind individuelle Verbesserungen als Zeichen für Fortschritt. Kannst du die Technik besser als vor einem
Jahr, letzten Monat oder gestern? Hast du deine innere Motivation gefunden und bist aufmerksamer,
eigeninitiativ, freundlicher, zuverlässiger,… geworden? Dieser Anspruch gilt stets für alle Beteiligte in
diesem Kampfkunstschulkonstrukt. Es bleibt also spannend und ist aber tatsächlich wenigstens zeitweise
entspannt, da wir uns auf einander verlassen können.
Der Mensch kann auf alles Mögliche stolz sein: das, was die Nation oder die Kultur, in die er (zufällig)
geboren wurde oder zu der er sich zugehörig fühlt, charakterisiert oder leistet, was ebenso auch für die
liebste Fußballmannschaft oder sonstige Fangemeinschaft und Familie gelten kann. Er kann auch für die
Wirkung oder das Ergebnis seiner eigenen Leistung dieses freudige, zufriedene, den Selbstwert
schmeichelnde Gefühl empfinden. Wenn ich sehe, wie die Kinder bei Furyu voranschreiten, besser
werden, verstehen, was Karate mit ihnen machen kann und sie mit Karate und schließlich sie eventuell
selbst zu denen werden, die das anderen Kindern zeigen und ihnen auf dem Weg dahin Anleitung und
Hilfe anbieten (wie an diesem Wochenende: Arthur, Carlo, Cindy, Daniel, Felicitas und Johann – alle sind
selbst den Furyu-Kindergruppen entwachsen) denke ich, dass etwas wertvolles entstanden ist und entsteht.
Ich meine, darauf können wir Übungsleiterinnen und Übungsleiter stolz sein.
Felix Hommel

